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Knochen

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Die Knochen


Als Knochen (Ossa, sing. Os) oder Knochengewebe bezeichnet man ein besonders hartes, skelettbildendes Stützgewebe. Die einzelnen Knochen sehen je nach Lage und Funktion ganz unterschiedlich aus.

Nach Art ihrer embryonalen Entstehung unterteilt man die Knochen in

* Deck-, Beleg- oder Bindegewebsknochen, die vor allem in der Schädel-Region vorkommen und aus kleineren Knocheninseln zu kompakteren Gebilden zusammenwachsen, und
* Ersatzknochen, die die tiefer gelegenen Skelettteile bilden (z.B. die Wirbelsäule oder die Knochen des Arm- und Beinskeletts).

Nach der Anordnung des Knochengewebes unterscheidet man

* schwammartige Bälkchenknochen und
* Lamellenknochen

Unterschieden werden die Knochen ferner nach ihrer Form oder besonderen Struktur:

* Röhrenknochen (lange Knochen) z.B. Arm, Bein
* platte, breite Geflechtknochen z.B. Schulterblatt, Hüftbein
* kurze, kompakte, würfel- oder zylinderförmige Knochen z.B. Wirbel, Hand- und Fußwurzelknochen
* hohle Knochen die besonders im Schädel (Oberkiefer, Sieb- und Keilbein) vorkommen
* als Sonderfall: Zähne

Die Knochen bestehen etwa zu 50% aus Mineralien, zu 25% aus Wasser und zu 25% aus organischer Substanz. Der Hauptanteil der Mineralien sind Calciumverbindungen: Calciumphosphat und bei älteren Knochen Calciumcarbonat. Die organische Substanz besteht zum großen Teil aus Collagen.

Das Knochengewebe ist nicht etwa tot, wie man annehmen könnte, sondern besteht aus einem Netzwerk lebender Knochenzellen, die in einer Hartsubstanz eingebettet liegen und über Zellfortsätze (Knochenkanälchen) miteinander in Verbindung stehen.
Ein eigenes Blutgefäßsystem versorgt die Knochenzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff.
Das Knochengewebe wird ständig abgebaut (Osteoklasten) und mit Hilfe von Knochenbildungszellen (Osteoblasten) wieder neu aufgebaut.

Wenn ein Knochen durch äußeren Einfluss bricht, spricht man von einer Fraktur.

Die Knochen bilden das Skelett. Bewegt werden die Knochen durch die Muskulatur.

Das Skelett besteht aus über 206 Knochen. Sie sind durch Gelenke miteinander verbunden und geben dem Körper Halt und Stütze. Gleichzeitig schützen sie unsere Organe.

Zum Skelett gehört:

Der Schädel, die Wirbelsäule, das Armskelett mit den Knochen der Arme und der Hände, der Brustkorb und das Beinskelett mit den Knochen der Beine und der Füße.

Die Aufgaben des Skelettes sind, die Stützfunktion des Körpers (Formgeber) und die Schutzfunktion wichtiger Organe, wie z.B. das Gehirn oder das Herz.

Das Skelett eines Erwachsenen wiegt ungefähr 10 Kilogramm, es macht ca. 12% unseres Körpergewichtes aus.




Die kompakte Knochenmasse:

Sie umgibt den inneren Kern aus Knochenbälkchen und ist in der Mitte eines Knochens besonders stark ausgeprägt, so dass er gut vor Deformierungen geschützt ist. Um die kompakte Knochenmasse herum legt sich als äußerste Hülle die Knochenhaut.

Kleine Knochenbälkchen:

Liegen im Inneren des Knochens. Sie bilden ein schwammartiges Füllmaterial, das den Knochen äußerst stabil macht, ohne dass er schwer wird.

Die Knochenhaut:

Ist diejenige die harte Knochenrinde von außen umgibt. Sie enthält besondere Zellen, Osteoblasten genannt, aus denen sich neue Knochenzellen bilden. Diese tragen zum Wachstum und zur Regeneration der Knochen bei.

Das Knochenmark:

Ist in den Hohlräumen der großen Knochen eingelagert. Im Knochenmark werden alle Blutzellen geboren - am Tag bis zu fünf Milliarden. Das fetthaltige Gewebe bildet rote Blutkörperchen (Erythrozyten) zum Sauerstofftransport, Blutplättchen (Thrombozyten) für die Gerinnung und verschiedene weiße Blutkörperchen (Leukozyten) für das Immunsystem.

Körperbewegungen finden nicht an den Knochen selbst, sondern an den bindegewebigen Verbindungsstellen zwischen den Knochen statt - den Gelenken. In ihnen stehen sich zwei weißliche spiegelglatte Gelenkflächen gegenüber. Diese Grenzfläche zwischen zwei Knochen wird durch den der Epiphyse aufgelagerten Gelenkknorpel gebildet.

Gelenke


Einteilung nach der Beweglichkeit

Nicht alle Gelenke sind gleich stark beweglich: Manche erlauben die Bewegung in mehreren Ebenen, andere nur in einer Ebene; einige Gelenke erlauben gar keine Bewegung.

Gelenke mit Gelenkhöhle und deutlicher Beweglichkeit in mindestens einer Ebene nennt man Diarthrosen oder freie Gelenke. Die meisten Gelenke gehören zu dieser Gruppe.

Sehr straffe Gelenke mit geringer Beweglichkeit nennt man Amphiarthrosen (straffe Gelenke). Zu ihnen gehört das Sakroiliakalgelenk zwischen Darmbein und Kreuzbein.

Synarthrosen (Fuge, Haft) sind unbewegliche Knochengelenke, die, ohne einen Gelenkspalt zu bilden, mit Knorpel- oder straffem Bindegewebe ausgefüllt sind. Sie dienen dazu, Knochen möglichst unverrückbar zusammenzuhalten.
Schleimbeutel

Um Gewebeschäden durch Reibungskräfte bei Körperbewegungen zu verhindern, sind an vielen Stellen in der Nähe oder am Rand der Gelenkhöhle dünnwandige, von Synovialmembran ausgekleidete Säcke ausgebildet, die man Schleimbeutel nennt.

Sie liegen an druckbelasteten Stellen, verteilen den Druck gleichmäßiger, erleichtern das Aufeinandergleiten der beteiligten Strukturen und dienen als Puffer bei Bewegungen. Entzündungen dieser Schleimbeutel nennt man Bursitis.


Gelenkformen:

Es leuchtet ein, dass ein Kugelgelenk, wie z. B. das Hüftgelenk, wesentlich mehr Bewegungsmöglichkeiten besitzt als ein einfaches Scharniergelenk etwa zwischen zwei Fingergliedern. Die Beweglichkeit des Gelenkes wird dabei entscheidend von der Gestalt der gegenüberstehenden Gelenkflächen bestimmt. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Grundformen:



Erkrankungen des Knochens



Osteoporose:

Die Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, die durch den Schwund von Knochengewebe gekennzeichnet ist.

Durch den Abbau werden die Knochen poröser und brechen leichter als gesunde Knochen. Knochenbrüche (Frakturen) des Handgelenks, der Wirbelsäule und der Hüfte sind häufig die Folge. Weitere Symptome sind Schmerzen, die durch Fehlbelastungen der Muskulatur und der Bänder hervorgerufen werden. Geringe Calciumzufuhr, ungenügende körperliche Bewegung, bestimmte Arzneimittel (z. B. Cortison) und erbliche Veranlagung gelten als Risikofaktoren für Osteoporose. In Deutschland leiden ca. 10% aller Frauen an Osteoporose. Nach einer 1997 veröffentlichten Untersuchung beugt ausreichender Milchkonsum im jugendlichen Alter (täglich ca. 1/4l) Osteoporose im Alter vor. Auch Erwachsene sollten Milchprodukte zu sich nehmen.

Die häufigste Forme der Osteoporose ist die sog. primäre Osteoporose. Dazu zählt die postklimakterische Osteoporose (Typ - I - Osteoporose), die bei Frauen durch den Rückgang der Produktion von Östrogen in den Wechseljahren verursacht wird. Eine andere Form der primären Osteoporosen ist die senile oder Altersosteoporose (Typ - II - Osteoporose), die sich ab dem 70. Lebensjahr manifestiert und auch Männer betreffen kann. Sekundäre Osteoporose treten vor allem als Begleiterkrankung chronischer Erkrankungen, bei Störungen des Stoffwechsels und Hormonhaushaltes oder durch Fehlbelastung von Knochen (z.B. Lähmungen) auf.



Dr. Chiru



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