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Das Herz
Unser Herz (lat. Cor oder griech. Kardia) ist die Pumpe in unserem Körper. Es ist verantwortlich, dass unser Blut ständig in Bewegung bleibt.
Fällt es aus, können wir sterben, da unsere Zellen nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann.
Funktion:
Von der rechten Herzhälfte wird das dunkelrote, sauerstoffarme Blut zu den Lungen befördert. Hier gibt es Kohlendioxyd an die Atemluft ab und tankt Sauerstoff auf.
Über die Lungenvenen zurück, fließt sauerstoffreiches Blut zum linken Vorhof des Herzens und in die linke Herzkammer. Von dort aus wird es durch Kontraktionen in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt.
Ausgehend von der Hauptschlagader verteilt sich das sauerstoffreiche Blut dann im Körper und versorgt so die Zellen mit Sauerstoff. Umgekehrt geben die Zellen das Stoffwechsel-Abfallprodukt Kohlendioxid an das Blut ab. Das so angereicherte Blut gelangt über das venöse System zum rechten Vorhof und in die rechte Herzkammer. Von hier aus wird es durch Kontraktionen in die Lungenschlagader und die Lungenarterien gepumpt.
Die Herzwand besteht aus drei Schichten:
Dem Herzbeutel bestehend aus Perikard und Epikard, dem Myokard als der eigentliche Herzmuskel und dem Endokard, das als Bindegewebe die Innenhaut, die Segelklappen und die Taschenklappen bildet.
Kontraktionsbildung:
Die Herzmuskelfasern besitzen wie die Nervenzellen und die Skelettmuskelfasern die Eigenschaft der Erregbarkeit. Bestimmte Anteile der Herzmuskulatur, die Fasern des Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystems, sind außerdem dazu befähigt, spontan Erregungen zu bilden.
Diese Fähigkeit stellt die Grundlage für die Selbststeuerung der Herzschlagfolge (Autorhythmie) dar. Die Erregungsbildung erfolgt im Sinusknoten, falls dieser ausfällt können auch AV-Knoten (der im linken Vorhof liegt) und die Fasern des Vorhofmuskels Erregungen (allerdings wesentlich langsamer) aufbauen.
Erkrankungen des Herzens
Herzinsuffizienz:
Eine Rechtsherzinsuffizienz führt zu einer Drucksteigerung im rechten Vorhof und in den großen Venen des Körperkreislaufs, d.h. zu einer Stauung des Blutes im großen Kreislauf. Ödeme in den abhängigen Körperpartien sind die Folge. Insbesondere treten Knöchelödeme auf; u. U. entwickelt sich eine stauungsbedingte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle (Aszites) . Typisch sind auch eine Vergrößerung der Leber (Stauungsleber) sowie eine Eiweißausscheidung im Urin. Beim Liegen wird die Ödemflüssigkeit "mobilisiert". Dies führt zu nächtlichem Harndrang.
Bei einer akuten Linksherzinsuffizienz steigt der Druck im linken Vorhof und in den Lungenvenen an. Durch den Rückstau des Blutes in der Lungenstrombahn tritt eine Drucksteigerung im kleinen Kreislauf auf. Es entwickelt sich ein Lungenödem das schwere Störungen der Ventilation und des Atemgaswechsels verursacht und ein Gefühl der Atemnot (Asthma) auslöst.
Die chronische Linksherzinsuffizienz äußert sich in Dyspnoe (erschwerter Atmung verbunden mit dem subjektiven Gefühl der Atemnot), die sich bis zur Orthopnoe (Atemnot besonders im Liegen, die zum Aufrichten zwingt) steigern kann, ferner in Zyanose (Blaufärbung von Haut und Schleimhäuten infolge einer Sauerstoffuntersättigung des Blutes) und stauungsbedingter Bronchitis. Das häufigste Endstadium von Erkrankungen, die primär zu einer Schädigung oder Überbelastung des linken Herzens führen, ist der Übergang in eine Links- und Rechtsherzinsuffizienz, da eine langfristige ausgeprägte Druckerhöhung im kleinen Kreislauf bei Lungenstauung auch sekundär das rechte Herz belastet.
Erkrankungen der Herzschichten:
Die Endokarditis hat im wesentlichen zwei Ursachen:
1) einmal können Erreger, vor allem Bakterien, seltener Viren, eine Endokarditis auslösen,
2) zum anderen kann eine Endokarditis rheumatisch als spezifische Entzündung beim akuten rheumatischen Fieber auftreten. Die wesentliche Bedeutung der Endokarditis liegt darin, dass sie die Herzklappen ergreift und dort über entzündlich-narbige Prozesse zur Ausbildung von Herzklappenfehlern führt.
Myokarditis
Entzündungen des Myokards können zahlreiche Ursachen haben :
Perikarditis
Erguss im Herzbeutel mit vielen Ursachen.
Erkrankungen der Herzkranzgefäße:
1. Herzinfarkt
Unter Herzinfarkt versteht man eine umschriebene Nekrose (Absterben von Gewebe) von Herzmuskelgewebe, ausgelöst durch eine Mangeldurchblutung des entsprechenden Herzbezirkes.
2. Angina pectoris (lat. = Enge der Brust)
Vorbote des Herzinfarkts. Nicht immer ereignet sich der Herzinfarkt wie aus heiterem Himmel. Dem akuten Ereignis können oft jahrelange Episoden mit anfallsartigen, jedoch nur wenige Minuten dauernden Herzschmerzen vorangehen. Sie werden auch Stenokardien (gr. = Herzenge) genannt.
Herzrhythmusstörungen:
Bradykardie :
Sinkt die Pulsfrequenz unter 50/min ab, sprechen wir von Bradykardie. Jede Reizung des Vagusnerven, der als "Herzbremse" fungiert, kann eine Bradykardie auslösen. Über diesen Mechanismus wirken Morphin, Digitalis, Erbrechen und Steigerung des Hirndrucks (z.B. durch Hirntumor, -blutung, -ödem). Typhus, Gelbsucht, Schilddrüsenunterfunktion führen ebenfalls häufig zur Bradykardie.
Besonders schwerwiegend sind Bradykardien infolge einer Reizleitungsstörung, z. B. AV-Block durch Unterbrechung der Reizleitung zwischen AV-Knoten und Kammer. Tritt bei Herzkranken eine plötzliche Pulsverlangsamung ein so ist dies immer ein alarmierendes Zeichen!
Tachykardie:
Tachykardie ist eine Pulsfrequenz über 100/min. Sie ist eine normale Erscheinung bei körperlicher Belastung und ein harmloser Befund bei seelischer Erregung.
Eine Ausnahme bilden der Typhus und manche Virusinfekte. Atropin (Vagushemmung), Adrenalin, Noradrenalin, Koffein und Alkohol beschleunigen die Herzfrequenz. Bei Schilddrüsenüberfunktion liegt fast immer eine Tachykardie vor, häufig auch bei schwerer Blutarmut. Ebenso ist bei fast allen Herzklappenfehlern, bei den meisten entzündlichen Herzerkrankungen und im Schock die Pulsfrequenz erhöht.
Extrasystolen:
Extraschläge außerhalb des normalen Herzschlags. Supraventrikuläre Extrasystolen erfolgen im Atrium und sind meist harmlos, Ventrikuläre Extrasystolen werden im Hissbündel oder in den Ventrikeln gebildet. Häufig bei Erkrankung der Herzkranzgefäße zu beobachten. Sie können in Kammertachykardien oder Kammerflimmern übergehen.
Kammerflimmern:
Das Kammerflimmern kann sich plötzlich über eine Kammertachykardie oder Kammerflattern entwickeln. Es bestehen nur noch ungeordnete, wogende Bewegungen der Kammerwände.
Die Auswurfleistung des Herzens ist praktisch Null, d. h. Kammerflimmern führt zum sofortigen Kreislaufstillstand und zum Tod. Die meisten plötzlichen Todesfälle sind auf Kammerflimmern zurückzuführen. Der Herzinfarkt ist eine bevorzugte Ursache des Kammerflimmerns. Andere Ursachen sind entzündliche Myocardveränderungen, Herztraumen, Unfälle mit elektrischem Strom, Medikamente und Narkotika. Die Behandlung des Kammerflimmerns mit Herzstillstand erfolgt mittels Reanimation (Wiederbelebung)
So, ich denke, jetzt weißt Du mehr über Dein Herz.
Weitere Bilder folgen in Kürze.
Gruß
Dr. Chiru
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