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Blut

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Das Blut


Der Lebenssaft von Menschen und Tieren. Unser Blut hat die Hauptaufgabe, den Sauerstoff zu den einzelnen Zellen zu befördern und diverse andere Aufgaben, auf die ich hier näher eingehen möchte.

7-8% Des Körpergewichtes also etwa 4-6 Liter hat ein Erwachsener Mensch. Ca. 0,8 Liter können wir davon entbehren, wenn es darüber hinaus geht, kann es zu einem Lebensrisiko werden.

Wie teilt sich das Blut auf?

56% sind Blutplasma

Blutplasma = wässrige Lösung pro Liter 0,9 l Wasser,

65 - 80 g Proteinen (Albumin, Fibrinogen, Globuline und andere: für Ernährung, Transport, Puffer, Gerinnung und Abwehr),

Elektrolyte sowie Vitamine, Spurenelemente, und Stoffwechselprodukte (Lactat, Pyruvat, Harnstoff, Kreatinin, Aminosäuren, Hormone, Enzyme).

44% Blutzellen (auch Hämatokrit bezeichnet)

davon 99% Erythrocyten (rote Blutkörperchen)

Erythrozyten sind rote Blutkörperchen, sie entstehen im Knochenmark der platten und langen Röhrenknochen, sind beim Menschen kernlos und enthalten Hämoglobin, ein eisenhaltiges Protein zur Sauerstoffbindung und Sauerstofftransport; sie werden nach etwa 4 Wochen in der Leber oder der Milz abgebaut.

davon 0,3% Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Leukozyten sind weiße, kernhaltige Blutkörperchen; sie leben einige Tage bis 4 Wochen und einige auch lebenslang, sie entstehen im Knochenmark; als Teil der Immunsystems wehren sie Krankheitserreger ab.

der Rest Thrombozyten (Blutplättchen)

Thrombozyten sind farblose Blutplättchen; sie entstehen durch Abschnürung von Knochenmarkszellen; sie dienen der Blutgerinnung und dem Wundverschluss; dabei wird Fibrinogen zu dem langkettigen Fibrin, das die Blutplättchen an verletzten Gefäßen zu einem gallertartigen Pfropfen vernetzt.

Aufgaben des Blutes?

Sauerstoff wird besonders von den Erythrozyten mit Hilfe des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, den sie in ihrem Inneren in großen Mengen enthalten, von der Lunge zu allen Zellen des Körpers transportiert. Das Kohlenstoffdioxid, das bei der Zellatmung entsteht, löst sich dagegen gut im Plasma und wird auf diese Weise von den Zellen zur Lunge transportiert.

Im Plasma werden die Bausteine der Nährstoffe vom Darm zu allen Zellen gebracht. Diese Bausteine sind das Ergebnis der Verdauung in Magen und Darm. Auf die gleiche Weise kommen die Giftstoffe im Blut, die von außen aufgenommen wurden oder bei Stoffwechselvorgängen im Körper entstanden sind , zur Leber zum Abbau oder zur Niere zur Ausscheidung.

Weiterhin werden im Plasma Hormone und Vitamine transportiert. Leukozyten, von denen es weit weniger als Erythrocyten gibt und die doppelt so groß sind. Sie wirken auf vielfältige Art bei der Abwehr von Infektionen. So gibt es welche, die Antikörper produzieren und andere fressen eingedrungene Krankheitserreger auf.
Um an alle Stellen des Körpers zu gelangen, können sie im Bereich der Kapillaren (Haargefäße) wie Amöben aktiv die Blutgefäße verlassen und so auch Krankheitserreger außerhalb der Blutgefäße im Gewebe bekämpfen. Im Gegensatz zu den Erythrocyten sind die Leukozyten vollständige Zellen mit Zellkern und können sich teilen. Schließlich wirken die Blutplättchen mit dem im Plasma vorhandenen Fibrinogen bei der Blutgerinnung zusammen.

Die Blutgefäße?

Die Blutgefäße, die vom Herz wegführen heißen Arterien. In sie hinein wird das Blut mit hohem Druck vom Herz gepresst. Sie sind deshalb dickwandig und muskulös Das Blut läuft in ihnen mit einer richtigen Druckwelle, die man als Puls ertasten kann.


Die Blutgefäße, die zum Herz führen, heißen Venen. Sie sind dünnwandig und haben in kurzen Abständen Venentaschen. In ihnen gibt es so gut wie keinen Blutdruck. In den Venen wird das Blut vor allem passiv von einer Venentasche zur nächsten transportiert. Dabei drückt das Blut normalerweise nach unten, füllt diese Taschen und verschließt die Vene so, dass kein Blut mehr nach unten wegfließen kann. Durch die Pulswelle einer daneben liegenden Arterie oder durch die Kontraktion eines Muskels wird die Vene zusammengepresst. Dabei kann das Blut nicht nach unten, da die Venentaschen es verhindern. Lediglich nach oben kann es die Venentaschen auseinander drücken und das Blut ist ein Stück nach oben gelangt. Die Saugwirkung des Herzens unterstützt diesen Transport.

Die Arterien, die vom Herz wegführen, sind zunächst sehr weit und dick, sie werden Schlagadern (Körperschlagader = Aorta) genannt. Mit zunehmender Entfernung vom Herz verzweigen sie sich immer mehr, werden dünner und heißen dann Arteriolen. Schließlich sind sie so dünn, dass gerade noch rote Blutkörperchen durchpassen. Jetzt heißen sie Kapillare. Hier findet der Gas- und Stoffaustausch statt. Blutflüssigkeit oder weiße Blutkörperchen können das Blutgefäß verlassen und befinden sich somit im Gewebe. Hier hört dann praktisch die Druckwirkung des Herzens auf und wenn sich die Kapillaren wieder zu Venolen weiten, muss das Blut vor allem durch die Wirkung der Muskeln, der Pulswellen und den Venentaschen weiter transportiert werden. Die Venolen weiten sich immer mehr und werden dann wieder zu Venen.

Die Blutgruppen?

Es gibt insgesamt 4 verschiedene Blutgruppen:

Blutgruppe/ Phänotyp Antigen Antikörper Vorkommen in Europa in %
A A antiB 42,5
B B antiA 14,0
AB A + B keine 6,5
0 keine antiA + antiB 37,0

Der Rhesusfaktor?

Ein weiteres Blutgruppenantigen wurde mit dem 'Rhesus-Faktor' = 'Antigen D' im Jahre 1940 entdeckt. Dieses Antigen haben 82% der Europäer mit den Rhesusaffen gemeinsam. Sie sind rhesuspositiv.

Im Gegensatz zu den AB0-Antigenen kommt das Antigen-D sonst in der Natur nicht weiter vor. Wer dieses Antigen nicht besitzt, also rhesusnegativ ist, produziert somit nicht automatisch Antikörper gegen dieses Antigen wie beim AB0-System. Erst nach einem Blutkontakt mit dem Antigen-D kommt es bei einer rhesusnegativen Person zur Antikörperbildung. Einige Monate nach dem Kontakt sind Antikörper nachweisbar. (Das Gen für den Rhesusfaktor 'Rh' ist dominant gegenüber 'rh'.).



Erkrankungen, die mit dem Blut zu tun haben?

Anämien :

Blutarmut, Verminderung von Hämoglobin oder Erythrozyten, auch bei akutem Blutverlust

Akute Blutungsanämie:

bei starkem Blutverlust (Volumenmangelschock mit Sauerstoffmangel)

Chronische Blutungsanämie:

okkulte Blutungen von Geschwüren o. Tumore aus Magen-Darmtrakt, Gebärmutterblutungen

Eisenmangelanämie:

Abnahme des Hämoglobins infolge Eisenverluste (Blutungen), ungenügende Eisenzufuhr (insbesondere Säuglinge), erhöhter Eisenbedarf beim Wachstum, Störung der Eisenresorption (Magen-Darm), Störung der Eisenverteilung (chronische Infekte, Rheuma), Störung des Eisentransportes (vererbt), Störung der Eisenverwertung (Enzymdefekt, Enzymhemmung durch Arzneimittel)

Anämie durch Störung der Erythropoiese:

Mangel an Vitamin B 12 (bei strengen Vegetariern, kommt nur in tierischen Produkten vor, Leber hat Depot für 2-5 Jahre) durch Folsäure (nur in frischen Obst oder Gemüse, sehr thermolabil) behindert Kernteilung.

Symptome: Blässe, strohgelbe Hautfarbe, Schleimhautstörungen, Zungenbrennen, Durchfälle, neurologische Veränderungen, unbehandelt bis Tod.

Leukämien :

Unkontrollierte Wucherung von Leukozyten (Blutkrebs). Störung der Körperabwehr oft zusammen mit Anemien und Blutungsbereitschaft, Ursachen können Viren, Strahlen und Erbfaktoren sein; man unterscheidet hierbei akute und chronische Leukämien.

Gerinnungsstörungen :

Verstärkte Blutungsneigung infolge Thrombozytenmangel

Ursachen: schlechter Thrombozyten - Aufbau durch Knochenmarkschädigung mit Medikamenten, Strahlen, Benzole, Viren wie Masern oder Röteln, Thrombozyten - Funktionsstörungen, Mangel an Gerinnungsfaktoren oder Gefäßveränderungen aufgrund Vitamin C Mangels.

Thrombose:

Thromboseneigung auf Grund von Verletzungen, Operationen, Gefäßwandschäden (Atheriosklerose) sowie verlangsamte Blutströmung (Bettruhe) und zunehmenden Alters.



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